Die Entstehung des Dorfkulturkreises.

 

Nach Gesprächen zwischen der Landjugend Wietzen und dem Gemischten Chor über eine gemeinsame kulturelle Arbeit wurde am 20. August 1961 der Grundstein für die „Mühl­bach­bühne” gelegt. Viele freiwillige Helfer waren unermüdlich im Einsatz, alle Wietzener Vereine unterstützten den Bau. Rechtzeitig vor der Er­öffnung der Bühne wurde der neu gegründete Dorfkulturkreis Wietzen am 17. Mai 1962 in das Ver­einsregister eingetragen.

 

Bis 1969 wurden sodann viele plattdeutsche Theaterstücke aufgeführt. Auch für 1970 liefen die Vorbereitungen schon auf Hoch­touren. In der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1970 brannte jedoch das Mühlen­gebäude bis fast auf die Grundmauern nieder. Damit war auch die romantische Kulisse der Freilichtbühne nicht mehr vorhanden. Theaterstücke wurden nun erst einmal nicht mehr aufgeführt. Es herrschte zunächst große Ratlosigkeit. Wie sollte es mit der Mühlbachbühne weiter gehen?

 

Man entschloss sich, auf der Bühne jährlich einen „Heimatabend“ durchzuführen.  Dieser begann mit einem plattdeutschen Gottesdienst, danach wirkten viele Wietzener und Holter Vereine mit. Landjugend, Kindervolkstanzgruppe, Lustige Tänzer und viele andere Darsteller rundeten das Programm ab. Dabei durfte natürlich auch der frische Butterkuchen, den unser Backteam im benachbarten historischen Backhaus schon in der Nacht gebacken hat, nicht fehlen.

 

Seit 1981 lädt der Dorfkulturkreis zu einem „Klönschnack” unter dem Motto „Wie wör dat fröher” ein. In der Einladung steht auch: zur Verschönerung des Abends gibt es Pottkoken und Kaffee. Das war der Beginn der noch heute stattfindenden Pottkoken- Abende.  

 

Bis 1998 berichteten Hermann Claus und Heinrich Lüdeke über Sitten und Gebräuche, selbst Erlebtes oder Geschichten, die ältere Mitbürger erlebt hatten. Später führten Helmut Rode, Heinrich Rose und Elfriede Thies die zur Tradition gewordenen Vor­trags­abende im stets vollen Haus fort. „Kino in Wietzen“, dieser Abend wurde 2013 neu in das Programm aufgenommen.  Alte Filme aus dem Archiv „Lüdeke zeigt“, oftmals mit aktuellen Themen erweitert, flimmern über die Leinwand.

 

Auch die Wandertage zum Muttertag und im Herbst sind bis heute fester Bestandteil. Die Pflege der plattdeutschen Sprache gehört zweifelsfrei zu einer der Aufgaben des Dorfkulturkreises. Wie schaffen wir es, auch die jüngere Generation hierfür zu begeistern? Diese Frage hat uns häufig beschäftigt, denn wir wollen mit unserem Programm auch diese Altersgruppe einbeziehen.

 

Plattdeutsche Abende mit Sabine Kaack, Ines Barber, Anni Heger, Werner Momsen und nicht zuletzt Yared Dibaba haben gezeigt; auch jüngere Leute kann man für Plattdeutsch begeistern. Auf der Mühlbachbühne in Wietzen heißt es alle zwei Jahre „Rock trifft Platt“. Mit dieser Veranstaltung haben wir es geschafft, alle Altersgruppen anzusprechen. Ein Programm mit lokalen und weit angereisten  Bands, von Blasmusik über harten Ska-Rock  bis hin zu Plattdeutscher Folklore, alles eingebettet in das wunderschöne Ambiente der Mühlbachbühne, das trifft den Nerv der Zuschauer und macht Mut, diese Veranstaltungen weiter zu führen,

Nach nunmehr 55 Jahren hat jedoch der „Zahn der Zeit“ an der Anlage dieser historischen Stätte genagt. Um auch weiterhin diesen Ort für vielfältige Veranstaltungen nutzen zu können, hat der Dorfkulturkreis sich entschlossen, den Bereich der Mühlbachbühne neu zu gestalten. Die gesamte Bühnenanlage, der Vorplatz sowie der Bereich bis zum historischen Backhaus wird in die Maßnahme einbezogen, ohne dabei den Charakter der Naturbühne zu zerstören. Eine ehrgeizige Aufgabe, die nur mit Unterstützung der Gemeinde, vieler Sponsoren, sowie sehr viel Eigenleistung zu bewältigen ist. Zum Wietzen Open Air „ Rock trifft Platt“ am 17. August 2019 soll dann alles geschafft sein und die erste Veranstaltung auf der neu gestalteten Mühlbachbühne stattfinden.


Die Mühlbachbühne früher und heute


Winterprogramm - Vortragsabende

25 Jahre "Wie wör dat fröher", vorne die Referenten von links: Helmut Rode, Heinrich Lüdeke, Elfriede Thies, Hermann Claus, Heinrich Rose, hinten von links: Wilhelm Lüdeke, Friedrich Timke
25 Jahre "Wie wör dat fröher", vorne die Referenten von links: Helmut Rode, Heinrich Lüdeke, Elfriede Thies, Hermann Claus, Heinrich Rose, hinten von links: Wilhelm Lüdeke, Friedrich Timke
Die Hauptautoren Band 1, "Wietzen wie es früher war": Hermann Claus und Heinrich Lüdeke
Die Hauptautoren Band 1, "Wietzen wie es früher war": Hermann Claus und Heinrich Lüdeke

Bis 1998 berichteten Hermann Claus und Heinrich Lüdeke über Sitten und Gebräuche, selbst erlebtes oder Geschichten, die ältere Mitbürger erlebt hatten. Um diese wertvollen Vorträge der Nachwelt zu erhalten und sie allen Interessierten zugänglich zu machen, wurden zwei Bücher herausgegeben. Band 1 und 2 "Wietzen wie es früher war". Zu den Autoren gehörten auch Elfriede Thies und Friedrich Lüdeke.


Kino in Wietzen

Seit Februar 2013 gibt es etwas Neues im Winterprogramm. Da startete der Dorfkulturkreis mit "Kino in Wietzen". Den Anstoss dazu gab die Jubiläumsveranstaltung 2012. Zu diesem Ereignis wurde von Wilhelm Lüdeke ein Film zusammengestellt mit dem Titel "Das Beste aus 60 Jahren". Die Ausschnitte stammen aus dem großen Archiv von "Lüdeke zeigt", die ersten Aufnahmen wurden 1936 gemacht. Diese wertvollen Filme sollen in den nächsten Jahren unter einem bestimmten Thema gezeigt werden.


Wandertage

Wanderung durch blühende Rapsfelder
Wanderung durch blühende Rapsfelder
Gottesdienst am Wandertag 2006 in Lüdekes Garten. Zum ersten Mal mit Taufe
Gottesdienst am Wandertag 2006 in Lüdekes Garten. Zum ersten Mal mit Taufe

Inzwischen sind diese Wanderungen ein fester Bestandteil im Jahresprogramm des Dorfkulturkreises. Ebenso der Gottesdienst vor der Wanderung am Muttertag. Auf diese Art und Weise konnte man viele schöne Höfe und Gärten in und um Wietzen kennenlernen. Die Wanderroute hat fast immer der 1. Vorsitzende Wilhelm Lüdeke ausgearbeitet. Auf den Wegen durch Wald und Flur hat er den Teilnehmern viel Interessantes gezeigt und erzählt.