Die Entstehung des Dorfkulturkreises.

Der Dorfkulturkreis Wietzen wurde offiziell 1962 ins Leben gerufen. Erste Verhandlungen über die Gründung sowie die Grundsteinlegung für die Freilichtbühne (Mühlbachbühne) gab es schon 1961.In den Köpfen waren die Pläne hierzu jedoch schon ab ca.1958:

Einige Wietzener Bürger trafen sich des öfteren im Pavillon am idyllisch gelegenen Mühlenteich.Gemeinsam wurde dann über den historischen Wert des Mühlengrundes in Verbindung mit der Geschichte der Grafen von Stumpenhausen und der Wassermühle erzählt und diskutiert.

Gustav Schlamann als damaliger Besitzer des Grundstückes war ebenfalls von diesen Plänen begeistert

Eines Tages war es dann soweit und der Plan stand fest: Der Gemischte Chor veranstaltet ein abendliches Singen im Freien mit Fackelbeleuchtung und Lichterglanz. Ein künstlicher Mond soll dazu aufgehen und scheinen.Gustav Schlamann besaß damals zwei Boote mit denen die Sänger und Sängerinnen zur Insel im Mühleinteich gebracht werden sollten.Die Zuhörer und Gäste sollten sich an der westlichen Seite des Teiches versammeln. Leider verstarb der Hauptinitiator Dietrich Schlemermeyer jedoch plötzlich, sodaß alle diese schönen Pläne erst einmal nur Träume waren. Die Idee aber, auf dem Grundstück bei der Wassermühle eine Stätte für die dörfliche Kultur zu errichten, blieb aber hellwach.

Gespräche zwischen der Landjugend Wietzen und dem Gemischten Chor über eine gemeinsame kulturelle Arbeit wurden fortgesetzt. Im Mittelpunkt stand dabei die Errichtung einer Freilichtbühne auf der dann plattdeutsche Theaterstücke aufgeführt werden sollten. Am 20. August 1961 war es dann endlich soweit: Anläßlich des 40 jährigen Bestehens des Gemischten Chores wurde der Grundstein für die "Mühlbachbühne" gelegt.

 

Nun begann die"Heiße Phase" denn bereits im Sommer 1962 soll die erste Aufführung stattfinden.Viele freiwillige Helfer waren unermüdlich im Einsatz, alle Wietzener Vereine unterstützten den Bau und sogar eine englische Pioniereinheit aus Nienburg war im Einsatz.

Rechtzeitig vor der Eröffnung der Bühne wurde der neu gegründete DORFKULTURKREIS WIETZEN am 17. Mai 1962 in das Vereinsregister eingetragen.

Die Aufführungen des Theaterstückes "För de Katt" in den Sommermonaten 1962 wurden ein großer Erfolg und machten Mut für die nächsten Jahre.

 

Bis zum Jahr 1969 wurden sodann viele plattdeutsche Theaterstücke aufgeführt. Auch für 1970 liefen die Vorbereitungen schon auf Hochtouren. In der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1970 brannte jedoch das stattliche Mühlengebäude bis fast auf die Grundmauern ab. Damit war auch die romantische Kulisse der Freilichtbühne nicht mehr vorhanden. Theaterstücke wurden nun erst einmal nicht mehr aufgeführt.

Winterprogramm - Vortragsabende

In den Wintermonaten fanden im Rahmen der ländlichen Erwachsenenbildung Dorfseminare statt. Es begann 1962 mit dem Thema: "Wie können wir das Familienleben stärken". In den darauffolgenden Jahren ging es an zwölf Abenden weiter mit der Vortragsreihe "Unsere Gemeinde". Die Referenten, größtenteils Wietzener Bürger, berichteten über die Geschichte, die Verwaltung, Landwirte, Gewerbetreibende, Arbeitnehmer und Arzt in unserer Gemeinde. Aber auch Reise- und Erlebnisberichte standen auf dem Programm. Im Laufe der Jahre ließ das Interesse der Zuhörer nach und die Suche nach passenden Themen wurde schwieriger. Man kam zu dem Entschluss, das Ganze anders aufzuziehen. 1981 lädt der Dorfkulturkreis zu einem "Klönschnack" ein. Thema: "Wie wör dat fröher". In der Einladung steht auch: Zur Verschönerung des Abends gibt es Kuchen (Pottkoken), Kaffee oder sonstige Getränke. Das war der Beginn der noch heute stattfindenden Pottkoken- Abende.  

25 Jahre "Wie wör dat fröher", vorne die Referenten von links: Helmut Rode, Heinrich Lüdeke, Elfriede Thies, Hermann Claus, Heinrich Rose, hinten von links: Wilhelm Lüdeke, Friedrich Timke
25 Jahre "Wie wör dat fröher", vorne die Referenten von links: Helmut Rode, Heinrich Lüdeke, Elfriede Thies, Hermann Claus, Heinrich Rose, hinten von links: Wilhelm Lüdeke, Friedrich Timke
Die Hauptautoren Band 1, "Wietzen wie es früher war": Hermann Claus und Heinrich Lüdeke
Die Hauptautoren Band 1, "Wietzen wie es früher war": Hermann Claus und Heinrich Lüdeke

Bis 1998 berichteten Hermann Claus und Heinrich Lüdeke über Sitten und Gebräuche, selbst erlebtes oder Geschichten, die ältere Mitbürger erlebt hatten. Um diese wertvollen Vorträge der Nachwelt zu erhalten und sie allen Interessierten zugänglich zu machen, wurden zwei Bücher herausgegeben. Band 1 und 2 "Wietzen wie es früher war". Zu den Autoren gehörten auch Elfriede Thies und Friedrich Lüdeke.

Als Heinrich Lüdeke und Hermann Claus in den wohlverdienten Ruhestand gingen, führten Helmut Rode, Heinrich Rose und Elfriede Thies die zur Tradition gewordenen Vortragsabende fort. Helmut Rode hatte sich das Thema "Wietzener Firmengeschichten" vorgenommen. Heinrich Rose und Elfriede Thies berichteten von Erlebnissen aus ihrer Kinderzeit. Oft wurden zu den Themen passende Filme von Heinrich Lüdeke gezeigt oder gescannte Fotos und Dokumente. Seit über dreißig Jahren kommen nun schon interessierte Zuhörer, aus Wietzen, den umliegenden Ortschaften und Mitglieder der Heimatvereine aus dem ganzen Kreisgebiet. Der Jugendraum ist immer voll besetzt. Das kann nicht nur an Kaffee und Pottkoken liegen.

Seit Februar 2013 gibt es etwas Neues im Winterprogramm. Da startete der Dorfkulturkreis mit "Kino in Wietzen". Den Anstoss dazu gab die Jubiläumsveranstaltung 2012. Zu diesem Ereignis wurde von Wilhelm Lüdeke ein Film zusammengestellt mit dem Titel "Das Beste aus 60 Jahren". Die Ausschnitte stammen aus dem großen Archiv von "Lüdeke zeigt", die ersten Aufnahmen wurden 1936 gemacht. Diese wertvollen Filme sollen in den nächsten Jahren unter einem bestimmten Thema gezeigt werden.

Wandertage

Wanderung durch blühende Rapsfelder
Wanderung durch blühende Rapsfelder

Nach dem Brand von Helms Mühle 1970, herrschte zunächst große Ratlosigkeit. Wie sollte es weiter gehen. So wurde unter anderem der Vorschlag gemacht, einen Wandertag durchzuführen. Im Protokoll der Generalversammlung von 1973 wird erstmals von einem Wandertag berichtet. Er fand im Oktober 1973 mit etwa 50 Teilnehmern statt. Forstamtmann Dinse hielt einen vortrag im Herrenhassel über den Waldbestand. Ein Frühstück im Walde schloss sich an und der Versorgungszug der Feuerwehr Wietzen bediente die Wanderer mit einem zünftigen Essen. Ab 1975 veranstaltete der Dorfkulturkreis zwei Wandertage im Jahr - im Mai und Oktober. Auf Vorschlag von Pastor Küttner fand in dem Jahr erstmals eine Waldandacht mit Posaunenchor statt.

Wanderweg am Mühlbach
Wanderweg am Mühlbach

Im März 1985 begannen Mitglieder des Dorfkulturkreises, der Landjugend, des Maschineringes und der Genossenschaft einen sechs Kilometer langen Wanderweg zu bauen. Trecker und Bagger waren im Einsatz um Seitengräben auf der Wegstrecke zu verrohren. Bis zum nächsten Wandertag im Mai sollte alles fertig sein. In der Einladung dazu stand: Waldgottesdienst auf der Mühlbachbühne unter Mitwirkung des Posaunenchores, des Kirchen- und Gemischten Chores. Anschließend wollen wir den neuen Wanderweg von Kuhlenkamps Holz in Richtung Osterberg einweihen. Unterwegs wird eine Frühstückspause mit selbstgebackenem Brot eingelegt. Auch für Mittagessen (Eintopf) wird gesorgt, so dass die Mütter an diesem Sonntag nicht kochen brauchen.

Gottesdienst am Wandertag 2006 in Lüdekes Garten. Zum ersten Mal mit Taufe
Gottesdienst am Wandertag 2006 in Lüdekes Garten. Zum ersten Mal mit Taufe

Inzwischen sind diese Wanderungen ein fester Bestandteil im Jahresprogramm des Dorfkulturkreises. Ebenso der Gottesdienst vor der Wanderung am Muttertag. Auf diese Art und Weise konnte man viele schöne Höfe und Gärten in und um Wietzen kennenlernen. Die Wanderroute hat fast immer der 1. Vorsitzende Wilhelm Lüdeke ausgearbeitet. Auf den Wegen durch Wald und Flur hat er den Teilnehmern viel Interessantes gezeigt und erzählt. 

>Wietzen Aktuell<

Für mehr Infos auf ein Bild klicken!

"Rock trifft Platt" Video und Fotos

15.Oktober 2017

Erst wandern, dann wählen!

Schon mal Termin vormerken !